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Bücherei Uerdingen muss bleiben

Die Bücherei Uerdingen leistet einen positiven Beitrag zu den Herausforderungen der Bildungsgesellschaft. Mit ihrer Arbeit trägt sie dazu bei, dass gute Bedingungen geschaffen werden für die Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund, so dass die Idee des Lebenslangen Lernens zu verwirklichen ist. Die Uerdinger Bücherei ermöglicht, dass es mehr erfolgreiche und mündige Bürgerinnen und Bürger gibt, denen die dafür nötigen Informationen in der Bücherei Uerdingen zur Verfügung stehen. Durch öffentliche Büchereien kann die gesellschaftliche Spaltung verkleinert werden in Menschen, die sich Informationen leisten können, und solche, die abseits stehen müssten, weil ihnen teure Informationsquellen nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen.

Daneben ist die Bücherei Uerdingen ein wichtiger Baustein für ein lebenswertes Uerdingen für alle Generationen und zudem die letzte Zweigstelle außerhalb der Innenstadt. Die Bedeutung einer Bücherei im Stadtteil wird auch von der Stadt Krefeld unterstrichen, so weist die Stadt Krefeld in ihrem Expose des Brempter Hofes ausdrücklich bei der Erläuterung der Lage als ein Qualitätsmerkmal auf die räumliche Nähe zur (Zweigstelle der) städtischen Mediothek hin.

Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler sagte zur Bedeutung von Bibliotheken: �Die deutschen Bibliotheken - und zwar alle, von der hoch spezialisierten Forschungsbibliothek bis zur kleinen Stadtteilbibliothek � sind ein unverzichtbares Fundament in unserer Wissens- und Informationsgesellschaft. Die öffentlichen Bibliotheken sind weder ein Luxus, auf den wir verzichten könnten, noch eine Last, die wir aus der Vergangenheit mitschleppen: sie sind ein Pfund, mit dem wir wuchern müssen.

Trotz des wichtigen Beitrags der Bibliotheken für die Bildung und das selbstständige Lernen, fehlt in Deutschland - im Gegensatz zu den erfolgreichen PISA-Ländern - die strategische Verankerung der Bibliotheken als Teil unserer Bildungsinfrastruktur. Durchgängige bildungspolitische Zielsetzungen gemeinsam mit dem Bibliothekswesen sind heute weder auf Länderebene noch in der Politik des Bundes in ausreichendem Maße anzutreffen. Meine Me-nung ist: Bibliotheken gehören deshalb in Deutschland auf die politische Tagesordnung.�(bei der Festrede anlässlich des Festaktes zur Wiedereröffnung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek am 24. 10. 2007 in Weimar)

Der demographische Wandel und das Thema Inklusion in den Stadtteilen lassen alle Angebote in den Quartieren, so auch die Bücherei Uerdingen am Marktplatz zukünftig zunehmend an Bedeutung gewinnen. Unsere Bücherei hatte einen festen, gut erreichbaren Platz im Stadtteil und bot zudem Raum für Lesungen, Austausch, Plaudern und Leben im Stadtteil und natürlich für Lesen und das Ausleihen von Büchern, Zeitschriften und Medien.

Die demographische Entwicklung und die damit verbundene Abnahme der Bevölkerung im größten Teil Deutschlands zwingen Städte, und so auch Krefeld, um Bürgerinnen und Bürger zu werben, ihr Profil schärfen um attraktiver zu werden und ihre Besonderheiten hervorheben. So hat die Stadt Krefeld Werbemittel investiert, um ihre Attraktivität z.B. durch eine Plakataktion in Düsseldorf und anderen benachbarten Rheingemeinden zu postulieren und Neu-Bürger/innen anzulocken.

Die Uerdinger Bücherei ist in ihrer Beschaffenheit ein seltener, architektonischer Schatz, der nun - zumindest in der Form einer allgemein zugänglichen Bibliothek - im Mai 2013 der Sanierung klammer Kassen geopfert wurde. Ein weiterer Teil des Uerdinger Tafelsilbers wird "verschlossen", auch um für den reich gedeckten Tisch zu werben. Da bleibt die klamme Frage, wer im Rathaus an diejenigen denkt, die schon an diesem Tisch sitzen. Die Bürgerinnen und Bürger, die in dieser Stadt leben! Die Menschen stehen solchen Schildbürgerstreichen - ähnlich wie dem zum Thema Straßenbeleuchtung - der Politik fassungslos gegenüber.

Unsere Bücherei Uerdingen muss erhalten bleiben und wieder geöffnet werden.
 

 
 
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