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Offener Brief an die Fraktionen im Rat der Stadt Krefeld im September 2013

"...Wir halten es für notwendig, bei den Überlegungen zur Finanzierung freiwilliger Angebote die Bücherei Uerdingen mit zu berücksichtigen und in die Verhandlungen mit aufzunehmen.

Gerade in Zeiten knapper Kassen ist eine Politik gefragt, in der nicht kopfloser Aktionismus das Handeln diktiert, sondern sich der Stärken und Besonderheiten der Stadt Krefeld und ihrer Stadtteile besonnen wird, um diese zu fördern und zu erhalten. Schon 2010 appellierte Günter Grass an die Verantwortlichen der Stadt Krefeld: "Haben Sie den Mut, nicht den scheinbar einfachsten Weg des `Gesundsparens' zu gehen. Erhalten Sie die Uerdinger Stadtbücherei!" Damals konnte die Schließung der Uerdinger Bücherei verhindert werden, inzwischen ist die Schließung leider erfolgt.

Nicht nur wegen der Pisastudien sondern auch aufgrund der demographischen Entwicklung ist eine ortsnahe Möglichkeit, kostengünstig Bücher auszuleihen sehr wichtig: insbesondere für ältere Menschen, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Behinderungen, Kinder und Familien mit und ohne Migrationsgeschichte und Personen mit geringem Einkommen. Viele haben aus unterschiedlichen Gründen (Kosten des Transports, Schwierigkeiten bei der Nutzung des �PNV, zu weiter Weg) nicht die Möglichkeit, in die Stadt zu fahren und die Bücher in der Mediothek (zentrale Bücherei) zu leihen.

Der demographische Wandel und das Thema Inklusion in den Stadtteilen lassen alle Angebote in den Quartieren/Stadtteilen, so auch die Bücherei Uerdingen am Marktplatz zukünftig zunehmend an Bedeutung gewinnen, eine Zentralisierung ist nur bedingt sinnvoll, da sie viele Menschen "außen vor" lässt. Unsere Bücherei hatte einen festen, gut erreichbaren Platz im Stadtteil und bot zudem Raum für Lesungen, Austausch, Plaudern und Leben im Stadtteil und natürlich für Lesen und das Ausleihen von Büchern, Zeitschriften und Medien.

Selbstverständlich unterstützt der Arbeitskreis auch Büchereien in allen anderen Stadtteilen, Uerdingen hatte aber bedauerlicherweise als letzter verbliebener Standort eine städtische Zweigstelle der Mediothek. Das Gebäude ist jetzt ungenutzt, die Bücher stehen teilweise noch dort. Der zuständige Beigeordnete Micus hat bei einem Gespräch mit Vertreter/innen des Ar-beitskreises "Erhalt Bücherei Uerdingen" am Mittwoch, den 18. September 2013 in Aussicht gestellt, dass er eine ehrenamtliche Initiative des Arbeitskreises mit zusätzlichen Büchern unterstützen würde.

Wir haben uns für den Erhalt der Uerdinger Bücherei bzw. jetzt für die Wieder-öffnung in ihrer bewährten Form mit hauptamtlichem, professionellem Personal eingesetzt und tun das auch weiterhin. Vorteil einer solchen Zweigstelle der Mediothek war und ist auch die Anbindung an die Hauptstelle und somit die Möglichkeit der Fernleihe sämtlicher Bücher der Hauptstelle und wie gesagt, eine professionelle, hauptamtliche Beratung. Vermutlich würde Herr Micus auch gerne bei der Wiedereröffnung der Bücherei als Zweigstelle der Mediothek die angebotene Unterstützung in Form von Büchern leisten. Auf die Bedeutung der Uerdinger Bücherei als Treffpunkt, Lese- und Vorleseort sowie als Ort zahlreicher Angebote für Uerdingen und damit den aktuellen Verlust für die Bürgerinnen und Bürger Uerdingens durch die Schließung wurde weiter oben hingewiesen.

Übrigens hat Oberbürgermeister Kathstede dem Arbeitskreis "Erhalt Bücherei Uerdingen" für seine weiteren Aktivitäten am 2. September 2013 per Mail viel Erfolg gewünscht.

Seit 18 Wochen veranstaltet der Arbeitskreis wöchentlich Montagslesungen in der Zeit von 18.30 Uhr bis 19.00 Uhr vor der Bücherei, an der regelmäßig zwischen 25 und 55 Zuhörende teilnehmen. Vorlesende sind Menschen im Alter zwischen 7 und 79 Jahren aus Uerdingen, anderen Stadtteilen und aus Krefeld. Selbstverständlich sind Sie und die Vertreter/innen Ihrer Fraktion herzlich zu den Lesungen und auch als Vorleser/innen eingeladen."


 

 
 
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