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MONTAGSLESUNG
- Nach der Schließung ist vor der Wiedereröffnung -

Foto: Uwe WinderlingAm kommenden Montag, dem 25. Mai 2015 (Pfingstmontag), von 18.30 Uhr bis 19.00 Uhr für die Wiedereröffnung der Bücherei Uerdingen jähren sich die Montagslesungen vor der Uerdinger Bücherei, Am Marktplatz 5 in Krefeld-Uerdingen zum zweiten Mal. Gelesen werden kurze Texte in zwei Sprachen – insgesamt jeweils ca. 5 Minuten - muttersprachig und deutsch - u.a.:

Svetlana Schotte (moldawisch) und Renate Schotte (deutsch) lesen aus „Die Brüder Karamasoff“ von Fjodor M. Dostojewski
Fjodor Michailowitsch Dostojewski, einer der Söhne eines 1839 ermordeten russischen Militärarztes und dessen zwei Jahre davor an Schwindsucht gestorbener Frau, besuchte bis 1843 die Ingenieurschule der Militärakademie in St. Petersburg und wurde technischer Zeichner im Kriegsministerium. Bereits mit seinen ersten Romanen "Arme Leute" und "Der Doppelgänger" fand Dostojewski 1846 große Beachtung. Weil er zu einer von Michail Wassiljewitsch Petraschewski (1821 - 1866) geführten Oppositionsgruppe gehörte, wurde er am 5. Mai 1849 zum Tod verurteilt, aber nach einer Scheinhinrichtung 1850 zu einer vierjährigen Verbannung im sibirischen Omsk begnadigt. 1857 heiratete Dostojewski Marja Dmitrijewna Isajewa. Vier Jahre später verliebte er sich in Apollinarija ("Polina") Suslowa, die ihn 1863 zeitweise auf seiner zweiten Europareise begleitete. In den Kasinos von Wiesbaden, Bad Homburg und Baden-Baden verfiel Dostojewski der Spielleidenschaft. Ein Jahr nach dem Tod seiner Ehefrau 1864 reiste Dostojewski erneut nach Deutschland und Dänemark. Wieder verspielte er in Wiesbaden sehr viel Geld. Im April 1867, wenige Wochen nach seiner Vermählung mit Anna Grigorjewna Snitkina, floh Dostojewski vor seinen Gläubigern für vier Jahre in den Westen. Seine beiden Töchter wurden in Genf bzw. Dresden geboren. Die beiden Söhne brachte Anna Grigorjewna dann 1871 bzw. 1875 in Russland zur Welt. Er starb 1881 in St. Petersburg an den Folgen eines Blutsturzes. (Quelle)

„Die Brüder Karamasoff“: Erzählt wird die Geschichte vom alten Rauf- und Trunkenbold Karamasoff und seinen ungleichen Söhnen und der Unfrieden in der Familie stiftenden Hure Gruschenka. Dimitri Karamasoff will seine Braut Katharina, genannt Katja, heiraten. Dafür muss er in seinem Moskauer Regiment den Betrag von 3000 Rubel hinterlegen. Dimitri besitzt nicht so viel Geld und reist daher zu seinem Vater, um darum zu bitten, ihm diese Summe zu überlassen. Sein Vater, der seinem Sohn Geld schuldet, ist jedoch dazu nicht bereit. Vielmehr hat der Alte nur Frauen im Sinn. Besonders die hübsche Prostituierte Gruschenka hat es ihm angetan. Er will sie unbedingt heiraten. Über Gruschenka versucht Dimitri, Einfluss auf seinen Vater zu gewinnen. Doch die Hure macht sich lustig über ihn. In einer turbulenten Auseinandersetzung, die mehr und mehr lustvolle Züge annimmt, fallen beide übereinander her. Doch Gruschenka erwidert Dimitris Gefühle nicht und spielt stattdessen mit ihm. Dimitri Karamasoff hingegen wird in diesem Augenblick seiner Katja untreu und verfällt mit Haut und Haaren der sittenlosen Dirne. Derweil hat Katja die benötigten 3000 Rubel aufgetrieben. Als sie hört, dass Dimitri eine Affäre mit der stadtbekannten Hure hat, ist sie zutiefst getroffen, will ihren Verlobten aber weiterhin heiraten. Am Bahnhof wartet sie vergebens auf Dimitri, der entgegen seiner Zusage nicht kommt. Daraufhin reist Katja allein ab. Am selben Abend wird der alte Karamasoff erschlagen in seiner Wohnung aufgefunden. Sofort gerät Dimitri in den Verdacht, den Vater ermordet zu haben. Der mutmaßliche Grund: Eifersucht, da Gruschenka von dem Alten, der ihr gegenüber spendabel war, nicht lassen wollte. Dimitris jüngerer Bruder Iwan versucht, dessen Unschuld zu beweisen, hat damit jedoch keinen Erfolg. In einem Prozess wird Dimitri des Mordes für schuldig befunden und nach Sibirien, wo er Zwangsarbeit verrichten muss, verbannt. Der wahre Täter ist jedoch eine widerliche, kriecherische Gestalt namens Smerdjakoff. Dieser hat sich seiner Anklage und Verurteilung längst entzogen, indem er sich am Vortag vor Prozessbeginn aufhängte.

Saskia Kirstätter (niederländisch) und Silke Reiners (deutsch) sowie Irina Jouk (russisch) und ihre 13jährige Tochter Simone Jouk (deutsch) lesen aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry
Antoine de Saint-Exupéry war ein französischer Schriftsteller und Pilot. Er war schon zu seinen Lebzeiten ein anerkannter und erfolgreicher Autor und wurde ein Kultautor der Nachkriegsjahrzehnte, obwohl er selbst sich eher als einen nur nebenher schriftstellernden Berufspiloten sah. Seine märchenhafte Erzählung Der kleine Prinz gehört mit über 80 Millionen Exemplaren zu den meistverkauften Büchern der Welt.

Der kleine Prinz: Der Erzähler des Buches muss mit seinem Flugzeug mitten in der Sahara notlanden, "tausend Meilen von jeder bewohnten Gegend entfernt". Dort begegnet er einem seltsamen Jungen, der ihm verrät, er sei ein Prinz von einem kleinen Stern. Den verließ er, als er an der Liebe seiner Rose zu zweifeln begann. Sie versteckte nämlich ihre Zuneigung hinter widerspenstigen Reden. Dass dies nur aus jungfräulicher Scham und Angst geschah, verstand der kleine Prinz noch nicht. Auf seiner langen Reise durch den Weltraum traf er zuerst einen König ohne Untertanen, der nur befahl, was ohnehin geschah. Auf dem zweiten Planeten lebte ein Eitler, der ständig bewundert werden wollte. Es folgte ein Säufer, der trank, um zu vergessen, dass er sich schämte, weil er trank. Einen Geschäftsmann, der die Sterne kaufen und besitzen wollte, verstand der kleine Prinz noch weniger als den König, den Eitlen und den Säufer, aber was er auf dem fünften Planeten beobachtete, gefiel ihm: Da zündete ein Mann bei Sonnenuntergang die Laternen an und löschte sie dann wieder in der Morgendämmerung. Aber der Laternenanzünder teilte die Begeisterung seines Besuchers gar nicht, denn sein Planet rotierte immer schneller und er musste immer häufiger nach den Laternen sehen.

Basri Cakir, Vorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE, (türkisch) und Ursula Mende (deutsch) lesen aus "Memed mein Falke" von Yasar Kemal
Yasar Kemal wurde 1923 in einem Dorf Südanatoliens geboren und lebt heute in Istanbul. Kemals Werke erscheinen in zahlreichen Sprachen und wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet. 2008 wurde er mit dem Türkischen Staatspreis geehrt.

"Memed mein Falke": In den abgelegenen Dörfern am Rande des anatolischen Taurusgebirges herrscht der Grundbesitzer Abdi Aga. Der Boden ist so elend, dass fast nur Disteln auf ihm wachsen. Und von jeder Ernte fordert der Aga zwei Drittel. Memed, der Bauernsohn, hat seinen Hass auf sich gezogen und wird zur Flucht in die Berge gezwungen. Aus dem schmächtigen, ängstlichen Knaben wird aus Wut über den Großgrundbesitzer Abdi Aga ein Räuber, Rebell und Rächer des Volkes. Der Roman wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und begründete den internationalen Erfolg seines Autors.

Xinyi Wang (chinesisch) und Bernhard Hennen (deutsch) lesen aus "Der Überdruss" von Mo Yan
Mo Yan, Literaturnobelpreisträger 2012, gilt als einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Autoren Chinas, sowohl im Westen als auch in seinem Heimatland, in dem er für seine mittlerweile neun Romane und mehr als 70 Erzählungen nahezu jeden Literaturpreis erhalten hat. Mit dem Nobelpreis für Literatur wird ihm nun auch die wichtigste internationale literarische Ehrung zu Teil. Er gilt als Schriftsteller des offiziellen Chinas, 2010 vertrat er das Land auf der Buchmesse in Frankfurt. Trotz der strengen Zensur im Land gelingt es ihm, seine Werke zu veröffentlichen.

„Der Überdruss“: Mo Yans Roman beginnt am 1. Januar 1950 in der Hölle. Kurz zuvor ist durch Mao Tsetungs Landreformbewegung die traditionelle Ordnung des ländlichen China abgeschafft worden. Zwei Jahre lang hat Fürst Yama, der Herrscher der Unterwelt, den Grundbesitzer Ximen Nao jeder möglichen Folter unterworfen, um ihn zu zwingen, die Anklagepunkte zu akzeptieren, die zu dessen Hinrichtung durch die Kleinbauern führten. Aber Ximen Nao beteuert hartnäckig seine Unschuld. Widerwillig lenkt Yama schließlich ein und erlaubt Ximen, auf die Erde zu seinem früheren Besitz im verarmten Shandong zurückzukehren. Aber als dieser dort ankommt, findet er zu seiner Enttäuschung heraus, dass er nicht als Mann wiedergeboren wurde, sondern als Esel. Mit den Augen des Tieres verfolgt er nun das Schicksal seiner früheren Familie, seiner Freunde, Rivalen und Feinde. Weitere Wiedergeburten lassen ihn zu einem Stier, einem Schwein, einem Hund und einem Affen werden und schließlich zu einem Jungen mit großem Kopf, der ein verblüffendes Gedächtnis und ein Talent für Sprachen hat. Aus der derben und außerordentlich unterhaltsamen Perspektive eines jeden Charakters – sowie von Mo Yan selbst, der immer wieder unterbricht, um Ereignisse zu kommentieren – erzählt dieser Roman die letzten 50 Jahre der stürmischen Geschichte Chinas. (Quelle)

Mariella Cinque (italienisch) und Jana Heyer (deutsch)lesen „Cosmicomics“ von Italo Calvino

Italo Calvino: (1923 – 1985) Nach dem zweiten Weltkrieg, in dem sich Calvino der Resistenza angeschlossen hatte, studierte er Literaturwissenschaften in Turin. In der Werbung und als Lektor verschiedener großer italienischer Verlage nahm er ersten Einfluss auf die italienische Literatur. Zwischenzeitlich arbeitete Calvino als Redakteur der Tageszeitung L'Unità und engagierte sich in der PCI, der kommunistischen Partei Italiens, von der er sich nach dem sowjetischen Einmarsch in Ungarn distanzierte. 1947 erschien sein erster Roman "Il sentiero dei nidi di ragno" (Wo Spinnen ihre Nester bauen). Später wünschte sich Calvino, dieses Erstlingswerk nie geschrieben zu haben, da der erste Roman seinen Autor unwiderruflich auf eine Schreibweise festlegt. Mit seinen weiteren Büchern hat Calvino gezeigt, dass diese Festlegung durchaus auch vorübergehend ist, denn wie kaum ein anderer Autor seiner Zeit experimentierte Italo Calvino mit Stilen, Formen und Textsorten. Die Phantasie und ihre unvorhersehbaren Wege ließen viele kleine und gebrochene Texte entstehen, wovon hauptsächlich die Romane in dem Roman "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" sowie die "Cosmicomics" zeugen. (Quelle: http://www.versalia.de/Biographie.Calvino_Italo.7.html)

„Cosmicomics“ Wenn der Magier Calvino mit seinem Zauberstab lunares Magma aufwirbelt und seismische Wellen in Schwung bringt, wenn ausgewachsene Dinosaurier der Weltschmerz packt und sie am nächsten Bahnhof mit dem Zug das Weite suchen, wenn Galaxien wie Omeletts in der Pfanne brutzeln, handfeste Mondtöchter und schlüpfrige Mollusken ihr Unwesen treiben und wenn Urgroßmütter den Andromeda-Nebel bewohnen, dann ist wieder eines dieser literarischen Minenfelder gelegt, in denen die wunderbare und überraschende Gefahren lauern.

Außerdem lesen Caro Perassi (spanisch) und Hector Perassi (deutsch). Zudem wird es eine weitere Lesung in polnischer Sprache stattfinden.

Seit der Schließung und trotz der Räumung der Uerdinger Bücherei finden die Montagslesungen regelmäßig jeweils von 18.30 Uhr bis 19.00 Uhr vor der Uerdinger Bücherei, Am Marktplatz 5 in Krefeld-Uerdingen bei jedem Wetter statt. Der Arbeitskreis "Erhalt Bücherei Uerdingen" setzt mit dieser Maßnahme seine Initiative für die Wiedereröffnung bzw. den Erhalt der Bücherei Uerdingen fort. Zu den Lesungen kommen zwischen 15 und 60 Personen. Jede Lesung beginnt mit dem gemeinsamen Singen einer Strophe des Liedes "Die Gedanken sind frei" und endet mit den drei umgedichteten Strophen auf die Uerdinger Bücherei. Außer den Vorlesenden zu lauschen, werden aktuelle Informationen zur Bücherei ausgetauscht.

Wie jeden Montag sind alle Bürgerinnen und Bürger auch zur kommenden Montagslesung herzlich eingeladen!

Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Jubiläumstasse zum Selbstkostenpreis von € 5,- zu erwerben.

Jubiläumstasse-EuleJubiläumstasse-Balkon

Interessierte Vorleserinnen und Vorleser können sich gerne unter Angabe des Buches melden bei: Sabine Alofs, Tel.: 48 18 55 oder unter montagslesung-uerdingen@gmx.de. Ohne Gebühren zu entrichten, dürfen alle Texte vorgelesen werden, die älter als 80 Jahre sind, sicherheitshalber Texte von Autoren/innen, die bereits 80 Jahre verstorben sind.

Foto Montagslesung: Uwe Winderling
 

 
 
 
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